Luxus Muschi

Luxus Muschi

Gegen die Besteuerung von Menstruationsartikeln mit 19 Prozent

Ich bin wirklich sehr dankbar ein Mädchen zu sein. Oder sollte ich sagen eine Frau? Oder vielleicht doch Girlboss, so wie es etwa 2016 total trendy war. Und jetzt haben wir 2019. Sagt man da überhaupt noch trendy? Wenn ich es mir so anschaue dieses Wort, würde ich sagen, es war nie besonders trendy.

Frau sein hat sehr viele Vorteile. Wenn du als Single (oder unglücklich Vergebene) in einem Club jemanden abschleppen willst, um deiner Vagina mal wieder ein ausgefülltes Gefühl zu schenken, das sich nicht schon wieder nach einem Dildo oder Vibrator anfühlt, ist es nicht besonders schwer einen Typen mit nach Hause zu nehmen. Für mich ist das seit einigen Jahren zwar nichts mehr, aber hey, es gibt mir immer ein gutes Gefühl zu wissen wie leicht es wäre, wenn ich mal feiern bin.

Für uns gibt es richtig schöne Klamotten. Selbst nachhaltige Mode gibt es mittlerweile en masse und das gibt mir Hoffnung, das Frauen mehr Nachhaltigkeit in der Modeindustrie nachfragen. Wir können uns verkleiden, schminken, heulen und emotional werden. Im Notfall schieben wir (oder ein unachtsamer Typ) das einfach auf unsere Periode.

Ok perfekt. Das war das Stichwort Leute. PERIODE. Mir macht das nichts aus, dass einmal im Monat für ein paar Tage Blut aus meiner Muschi läuft. Ehrlich gesagt habe ich meine Periode mehr lieben gelernt, als ich mich mit ihr beschäftigt habe und vor allem mit der Mystik dahinter. Ich sag’s euch, ein spannendes Thema, aber zur Magie der Menstruation mehr in einem anderen Beitrag.

So schön die Periode auch sein kann, schließlich haben wir jetzt fancy Menstruationskappen, nachhaltige Binden mit süßen Mustern, blutaufsaugende Unterwäsche und holy CBD-Öl, das bei vielen Frauen schmerzlindernd und angstlösend wirkt, einen Nachgeschmack hat sie jedoch: Hygieneartikel für Frauen werden in Deutschland mit 19 Prozent besteuert.

Ein kleiner Einblick in die Thematik der Umsatzsteuer zeigt, dass diese wie die Verbrauchsteuern (Energiesteuer, Tabaksteuer, Stromsteuer, Biersteuer, Kaffeesteuer, Alkopopsteuer, Branntweinsteuer, Schaumweinsteuer und Zwischenerzeugnissteuer und die Rennwett- und Lotteriesteuer) zu den indirekten Steuern gehört. Abgesehen davon, dass man sich darüber streiten kann, ob das alles so mit rechten Dingen zugeht, kann ich hier schon mal behaupten: Ich habe es mir nicht ausgesucht bei meiner Geburt ein Mädchen zu werden und monatlich einige Milliliter Blut aus meiner Scheide tropfen zu lassen. Warum zur Hölle werden dann Menstruationsartikel mit 19 Prozent besteuert? Sie fallen in die Kategorie der Luxusartikel, wobei ich mich frage: Wer hat denn diese Scheiße wieder entschieden?

Quellen: Bild 1; Bild 2

Auch wenn ich mich hier aus dem sexistischem Fenster rauslehne, ich denke es war ein Mann. Und wahrscheinlich noch ein ziemlich dummer.

Und da ich ein ziemlicher Fan davon bin, Menschen dazu anzustacheln darüber nachzudenken, ob das ein oder andere in unserer Welt fair abläuft, möchte ich euch eine richtig coole Petition zeigen. Vielleicht möchtest du ja auch dafür sorgen, dass Menstruationsartikel nicht mehr mit 19 Prozent, sondern mit 7 Prozent wie Bücher und Lebensmittel besteuert werden.

http://chng.it/mf8xYDxVhX

Es grenzt wirklich an eine Frechheit, dass wir Frauen jahrzehntelang steuerlich „bestraft“ werden, nur weil wir einmal im Monat unser Blut auffangen müssen. Nicht nur, dass Tampons aus konventioneller Baumwolle mit Pestiziden belastet sind und wir somit unsere geliebte Mumu sowie unseren ganzen Körper vergiften – und unseren Planeten –, nein wir dürfen sogar noch die Luxussteuer drauf bezahlen während Kaviar als Lebensmittel mit 7 Prozent besteuert wird. Btw, Ölgemälde auch. Ist ja ein alltäglicher Gebrauchsgegenstand. Ist klar, oder?!

Dass dieser Mist unfair as fuck ist, dachten sich auch die Gründerinnen Anni und Sinja von The Female Company. Die haben nämlich DAS Buch gegen Steuerdiskriminierung auf den Markt gebracht (leider momentan ausverkauft), ein Buch gefüllt mit Tampons. Bücher werden glücklicherweise „nur“ mit 7 Prozent besteuert. Ich hoffe, die beiden irgendwann mal in meinem Podcast interviewen zu dürfen, denn das ganze Thema braucht dringend mehr Aufmerksamkeit und ich finds schon mal richtig geil, dass es so coole, nachhaltige Unternehmen gibt, die einen Unterschied machen.

Ansonsten kann man über das Thema eigentlich nur den Kopf schütteln. Ich verstehe es aber auch, wenn Aktivismus zu anstrengend für die Bevölkerung ist. So geht es zumindest meiner Mutter, der ich erstmal mein (wütendes) Herz ausschütten musste, als ich diesen Artikel geschrieben habe. Ich habe schnell gemerkt, wie krass ich mich da reinsteigern kann und obwohl ich sehr in meiner spirituellen, alles ist schön bunt, veganer-Blase lebe, es ist so verrückt und krank, was da in der Welt abläuft. Nichts wird sich ändern, wenn wir nicht hinterfragen, ob das wirklich richtig ist. Damit meine ich nicht nur die Besteuerung von ein paar Tampons, sondern diese ganzen bescheuerten Regeln, die uns klein halten, dumm und unglücklich machen.

Wir sind jetzt an der Reihe diese Missstände mit einem achtsamen Bewusstsein Schritt für Schritt aufzulösen und es gibt dieses schöne Zitat: Jeder Regen fängt mit einem Tropfen an. Wenn wir alle anfangen zu hinterfragen, was uns gut tut und was nicht, und was Freiheit wirklich für uns bedeutet, dann können wir hoffentlich bald in einer friedlichen Welt Leben, wo keiner mehr an zu wenig Nahrung, Wasser, Liebe und Wohlstand leiden muss.

Was sagt ihr zu der Thematik? Unnötiges aufregen oder dringender Handlungsbedarf?

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